Bildformate der neuen Generation

Mann mit Papieraugen

JPG, PNG, GIF, TIF: Jeder kennt sie, jeder nutzt sie – auch wenn nicht immer glasklar ist, welches Format sich für welchen Zweck eignet. Zuletzt befassten wir uns in einem unserer Artikel mit verschiedenen Fällen und der Frage nach der besten Wahl.

Jetzt sollen JPG & Co. Konkurrenz bekommen: Die Bildformate der nächsten Generation heißen BPG und WebP. Was sie können und wie viel Potential sie haben, nehmen wir in diesem Artikel unter die Lupe.

Rivale #1: BPG

Mit dem BPG (= Better Portable Graphics) bringt der französische Softwareentwickler Fabrice Bellard ein Format auf den Markt, das sich anschickt, dem JPG ernsthaft die Stirn zu bieten. Basierend auf dem High-Efficiency-Video-Coding Verfahren beherrscht es sowohl verlustlose als auch verlustbehaftete Kompressionen und unterstützt die gleichen Farbräume wie das JPG – bei allerdings höherem dynamischem Kontrast. Das BPG punktet außerdem mit einer besseren Bildqualität bei gleicher Dateigröße. In einer Sache muss es sich jedoch dem JPG geschlagen geben: Bis dato lässt es sich nur über Kommandozeilen-Tools erstellen.

Tatsächlich ist das BPG nicht der erste Versuch, dem JPG den Rang abzulaufen – die bisherigen Formate scheiterten allerdings an fehlender Softwareunterstützung. Beim BPG stellt das kein Problem dar, denn mittels Javascript-basierten Decoders können alle gängigen Webbrowser das Format anzeigen, ohne dass aufwendige Plug-Ins notwendig werden.

Rivale #2: WebP

Laut Google bestehen 65% aller Onlinedaten aus Bildern – und diese machen das Internet langsamer als nötig. An dieser Erkenntnis setzt der Konzern an und sieht die Möglichkeit, mittels neuem Bildformat den Bandbreitenbedarf und somit die Ladezeiten der Webseiten ordentlich zu reduzieren. Mit dem freien Bildformat WebP aus eigenem Hause will der Konzern Abhilfe schaffen: Mit dem ‚Webby‘ für mehr Entlastung des Internet Traffics. Laut Google sind die verlustfreien Bilder als WebP 26% kleiner als im PNG-Format und kommen bei verlustbehafteter Kompression ca. 25-34% kleiner als das JPG-Format.

Durch die verlustbehaftete Methode eignet sich das WebP, wie auch das JPG, durchaus gut für Fotos, aber weniger für große, einfarbige Flächen. Für die Nutzung sind keinerlei Lizenzgebühren fällig und der Beispiel-Encoder wurde als Open Source freigegeben. Größtes Problem des WebP: Bis dato ist es nicht in allen Webbrowsern darstellbar – native Unterstützung gibt es nur von Google Chrome und Opera. Firefox und der Internet Explorer zeigen die Bilder im WebP Format hingegen nicht an.

JPG vs. BPG vs. WebP: Fazit

Ob nun BPG und WebP zum Trend und zu wahren JPG-Killer werden, bleibt abzuwarten – aktuell haben beide Formate mit nicht wegzudiskutierenden Schwachstellen zu kämpfen, die v.a. die Erstellung und Unterstützung der neuen Formate in den Webbrowsern angeht. Sicher ist, dass beide Alternativen den JPG-Platzhirsch in absehbarer Zeit nicht ersetzen können – spannend bleibt es aber allemal, die weiteren Entwicklungen zu beobachten.

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