Ja, wo ist denn nun die tolle Cloud?

Ja, wo ist denn nun die tolle Cloud?

Alle bieten es nun an. Die großen sowieso, wie Amazon, Google, Microsoft, SAP und die Provider auch web.de, gmx.de – nicht zu vergessen die Hosting Dienstleister Strato, 1&1 … Überall bekommt der Nutzer kostenfrei einen begrenzten Platz in der Cloud, auf der er Daten, Bilder, Musik, Videos ablegen, teilen und kommentieren kann. Dennoch platzt mein Mailpostfach täglich weiter auseinander. Megabyteweise werden Daten auch weiterhin an Mails angehängt und verstopfen zunehmend die Mailpostfächer.

Was läuft hier eigentlich verkehrt? Welche Vorteile bietet die Cloud den Nutzern und den Unternehmen und wo sind die wirklich belastbaren, nachhaltigen Lösungen für die Kunden?

Nähern wir uns der Cloud einmal von einer anderen Seite. Immer mehr Anwender haben die Möglichkeiten über diverse Endgeräte Daten zu produzieren. Seien es die Fotos von Veranstaltungen oder einfach im Familienkreis oder die mp3 Sammlung. Heimanwender erreichen zunehmend Datenmengen die an die Terra Byte heranreichen und viele stellen sich auch die Frage was tun, wenn die Daten verloren gehen.

Erste Überlegungen liegen sehr nahe und beschäftigen sich mit der Auslagerung auf heimische Serversysteme oder NAS Lösungen. Was aber passiert im Ernstfall, wenn eingebrochen wird oder ein Brand die wertvollen Daten vernichtet?

Man könnte die Daten doch bequem in die Cloud laden und dort archivieren und sogar auch mit Bekannten teilen. Natürlich stellt kein Unternehmen diese benötigten Kapazitäten bereit. Dennoch nutzen Anwender den Internet-Space um Ihre Daten auszulagern, um so jederzeit und weltweit wieder auf die Daten zugreifen zu können. Diesen Vorteilen stehen auch Nachteile gegenüber. Die Daten stehen 365 Tage rund um die Uhr im Netz bereit, das stimmt. Sie stehen aber auch bereit um 365 Tage angegriffen zu werden. Hier kommt die nächste Überlegung ins Spiel. Wer kann sich noch für die Vielzahl an Plattformen verschiedene sichere Passwörter merken? Neben diesen Passwortschwächen die Dritte ausnutzen könnten kommt man an seine Daten auch nicht heran, wenn Internetzugänge nicht zur Verfügung stehen. Zugegebener Maßen dies kann sich heute keiner mehr vorstellen, aber denkbar ist es.

Worin liegt ein Nutzen der Cloud Lösungen?

Neben dem kollaborativen Aspekt, nämlich in ein und den selben Dokumenten zusammenarbeiten zu können, was zunehmend zur Abstimmung von gemeinsamen Aktivitäten in Vereinen und Schulen genutzt wird, besteht ein wirklicher Mehrwert darin, nicht mehr alle Daten via Mailanhang durch die Gegend zu senden.

Hier lässt sich in der Tat ein konkreter, schneller Nutzen ableiten. Eine kurze Mail und der Anhang liegen abrufbar in der Cloud bereit. Sehr viele Anbieter haben das erkannt und generieren für die jeweiligen Ordner und Dokumente verschlüsselte Downloadlinks die in der Mail mit gesandt werden können.

Wie so oft müssen wir erkennen, dass die größte Schwachstelle aber hinter dem Rechner sitzt. Die Anwender nutzen zu 98% gelerntes Verhalten und überdenken Ihre Handlungen nur selten. Und so kommt es wie es kommen muss. Mailpostfächer werden weiterhin mit riesigen Datenanhängen gesprengt und die Clouds werden nur mäßig bis selten genutzt.

Der Vorteil für die Konzerne, aus den hochgeladenen Daten wertvolle Informationen über die Nutzer zu gewinnen, bleibt somit vielfach Wunsch. Und wer möchte auch schon auf Basis hochgeladener privater Fotos passende Werbebotschaften via Mail gesandt bekommen?

Und so bleiben wir mit der Frage alleine: „Wo ist denn nun die tolle Cloud?“

Hinterlasse einen Kommentar