1, 2 oder 3: Welche ist richtige Domainstrategie?

Welche ist richtige Domainstrategie

Eine Website oder doch mehrere? Sollen alle Webinhalte besser auf einer oder auf mehreren Domains verteilt liegen? Pro Einfachheit oder pro Diversifizierung? Fragen, die manch internationalem Unternehmen und Internetseitenbetreiber schon einiges Kopfzerbrechen bereitet haben. Wie immer gibt es sowohl für das eine als auch das andere gute Argumente, die wir in diesem Artikel durchleuchten wollen.

Was sind die Optionen?

Wie wollen wir die Inhalte für unterschiedliche Sprachen und/oder Länder aufbereiten? Hier gibt es drei Möglichkeiten:

Option Nr. 1: Die Hauptdomain. All in one? Bei der länderübergreifenden Hauptdomain sind alle Webinhalte auf einer einzigen Website gebündelt und die entsprechenden Sprachversionen in Unterverzeichnisse organisiert. Als Beispiel wählen wir mal die aufgrund drohender Pilotenstreiks erneut stark in der Presse vertretene Lufthansa. Diese verfolgt eine Hauptdomainstrategie mit Unterverzeichnissen die länder- und sprachweise strukturiert sind: www.lufthansa.com/de/en/Homepage. Die URL hier richtet sich an englischsprachige Nutzer in Deutschland. Klarer Vorteil bei der Hautdomainstrategie: nur eine Website muss mit Inhalten und Links versorgt werden, ergo ist der Bewirtschaftungsaufwand und die Gefahr des Sich-Verzettelns geringer. Auch beim Suchmaschinenranking ein klares Plus: eine Website mit umfangreichen Inhalten erreicht starke Positionen in Google & Co., zudem konzentrieren sich bei einer einzigen Domain alle Links auf diese Webseite was sich auch positiv auf das Ranking auswirkt. Apropos: Hilfreiche Tipps zur Steigerung der Domainsichtbarkeit finden Sie in diesem Artikel. Ein Vorteil ist auch die Nutzerfreundlichkeit bei dieser Domainstrategie: Der User findet alle nötigen Informationen unter einer einzigen URL und kann Transaktionen über eine Domain abwickeln – dies erhöht die Vertrauenswürdigkeit!

Option Nr. 2: Die Länderdomains. Manchmal ist mehr doch mehr, vor allem wenn ein Unternehmen in mehreren Ländern tätig ist. Als Beispiel eignet sich Audi, welche für jedes Land eine individuelle Domain führen  z.B. www.audi.it. Länderspezifische Domains sind hoch flexibel, da der Inhalt pro Länderwebseite steuerbar ist. Somit können Webseiten an die jeweiligen nationalen Gegebenheiten im Land angepasst werden – das betrifft beispielweise das Layout, welches auf landestypische Designgeschmäcker abgestimmt werden kann. Aus CI-Perspektive eher kritisch zu beurteilen, hilft aber insbesondere in asiatischen Märkten Umsatz zu steigern. Aber Achtung: Länderversionen müssen unbedingt authentisch sein und deshalb von muttersprachlichen Übersetzern übersetzt werden. Dabei bleibt zu beachten, dass sprachliche Unterschiede bei den Ländern zu berücksichtigen sind – Spanisch ist nicht gleich Spanisch, auch Fachbegriffe können je nach nationalem Sprachgebrauch variieren. Klarer Vorteil dieser Domainstrategie ist neben der hohen Flexibilität vor allem, dass länderspezifische Domainnamen die Auffindbarkeit in den Suchmaschinen im jeweiligen Land pusht und auch mehr Klicks generiert. Dieser Server lassen sich problemlos im jeweiligen Land hosten: Dies gibt den Unternehmensniederlassungen vor Ort die Freiheit, autark über Ihre Webseite zu verfügen und regionale Maßnahmen in gewisser Weise unabhängig von der Zentrale durchzuführen. Auch bei Ausfall der Webpräsenz würde dies nur die nationale Seite betreffen und keinen weltweiten Outage hervorrufen. Ein weiteres Plus: Es ist bewiesen, dass Nutzer mancher Länder Websites mit eigener Länderdomain bevorzugen – bspw. die Franzosen. Durch die eindeutige geographische Ausrichtung suggeriert die Domain Verbundenheit und Vertrautheit wodurch der User womöglich in einer solchen länderspezifischen Domain die beste Eignung für seine Zwecke sieht. Grundsätzlich gilt aber: Je mehr Websites gepflegt werden, desto größer der Aufwand und desto höher die Kosten.

Option Nr. 3: Die Subdomains. Das Zwischending. Bei dieser Option betreibt ein Unternehmen nur eine Domain, unterteilt aber die Website in länder- und/oder sprachspezifische Subdomains. Speziell eignet sich diese Strategie in Fällen wenn die gewünschte Länderdomain bereits vergeben ist oder eine Website nur nach Sprache und nicht zwingend nach Land differenziert werden muss – wie beispielsweise der Fall bei Wikipedia. Da hier nur die Sprache der veröffentlichten Inhalte und nicht die Herkunft des Lesers zählt, ist die Verfolgung der Subdomainstrategie sehr sinnvoll. Vorteil dieser Strategie ist nicht nur die Einfachheit der Webseitenstruktur und Errichtung, sondern auch dass alle Links sich auf eine Domain konzentrieren – dennoch bleibt der lokale Bonus bei der Suchmaschinenpositionierung erhalten. Zudem lässt diese Strategie unterschiedliche Serverstandorte zu. Außerdem ist hier die Länderherkunft für die User leichter zu erkennen als bei Unterverzeichnissen der Hauptdomains. Nichtsdestotrotz ist die Subdomain in Sachen Einfachheit der Länderdomain unterlegen, da diese leichter zu merken ist und auch die URL-Struktur ist wenig intuitiv, da sich die User eher an die Hauptdomain des Unternehmens erinnern.

Fazit?

1, 2 oder 3? Eine eindeutige Empfehlung ist nicht auszusprechen, schließlich hängt der richtige Weg von vielen Parametern ab, die von Unternehmen zu Unternehmen stark variieren können. Die Auswahl der Domainstrategie steht und fällt mit der Entscheidung wie viel Zeit und Geld ein Unternehmen in die Domainpflege investieren kann und will. Nur so viel ist klar: Bei einem homogenen Publikum spricht nichts gegen eine Hauptdomainstrategie. Bei einem sehr diversen Nutzerkreis sind länderspezifischen Domains schon eher sinnvoller. Für alle, die sich nicht entscheiden können, ist auch eine Mischvariante denkbar: Bspw. Länderdomains für die wichtigsten Zielmärkte und Subdomains für andere Länder und Sprachen.

Quellen:

Die auf http://onlinemarketing-trends.de verwendeten Bilder stammen aus der folgenden Quelle: THINKSTOCK ® by Getty Images.

 

Hinterlasse einen Kommentar