Print to App: Wie aus einfachen PDF-Dateien multimediale ePaper Apps werden (Gastbeitrag)

Das Online Marketing und Online Advertising im klassischen Sinne verliert immer mehr an Bedeutung – kein Wunder: 33 Prozent der 14- bis 64-Jährigen surfen mit dem Smartphone im Internet. Ähnlich sieht es bei Tablets aus: So ist die Verbreitung der PCs mit Touch-Screen von 2014 auf 2015 von 17 auf 29 Prozent angestiegen (Quelle: TNS CONVERGENCE MONITOR 2015).

Die mobile Nutzung des Internets verschafft Apps, auf dem Smartphone oder Tablet installierten, mobilen Applikationen, eine weiter steigende Verbreitung: 86% aller Inhalte, die mobil konsumiert werden, werden laut einer Studie der mobilen Analyseplattformen Flurry, in Kooperation mit ComScore und eMarketer , über Apps aufgerufen.

Diese Veränderung im Nutzerverhalten führt unweigerlich zu neuen Herausforderungen im Marketing und der Werbung. Doch das nicht zwangsläufig im negativen Sinne: Die Entwicklung zum mobilen Marketing eröffnet ganz neue Möglichkeiten und Chancen, Kunden und Leser zu erreichen.

Sogenannte »Publishing Apps« verfolgen den Ansatz, Leser und potenzielle Kunden mobil zu erreichen und interaktiv in Print-Inhalte einzubeziehen: Print-Dokumente, meist vorliegend im PDF-Format, können bei verschiedenen Anbietern multimedial angereichert und, neben der Veröffentlichung für den Desktop-PC als ePaper, auch in Form von ePaper Apps an die mobile Zielgruppe vertrieben werden.

Probleme wie ein hoher, zeitintensiver Programmieraufwand für die Apps entfallen, denn die meisten Publishing Apps sind standardisiert und praktisch für jedermann zu konfigurieren. Mit Hilfe dieser Apps können Verlage, Agenturen und Handel neue Ansätze im Marketing kosten- und zeitsparend umsetzen.

So wird es zum Beispiel möglich, multimediale Anzeigen in digitalen Magazinen zu platzieren und Whitepaper mit Userinteraktion und direkter Conversion zu kreieren. Oder aber man präsentiert die komplette Produktpalette einfach als Online-Katalog mit Webshop-Anbindung.

Mittlerweile existieren bereits einige Anbieter in Deutschland, die sich dem Thema Publishing Apps angenommen haben. Der Weg zur eigenen App ist dabei in der Regel recht ähnlich, genau wie der angebotene Funktionsumfang. So hat man zumeist die Möglichkeit, eine App für Android und iOS zu erstellen, den meist genutzten Betriebssystemen auf Smartphones und Tablets.

Innerhalb der Publishing Apps kann man dann seine mit multimedialen Inhalten angereicherten ePaper-Ausgaben bequem veröffentlichen. App-Icons, den Startbildschirm oder Grafiken wie das Hintergrundbild können häufig selbst gewählt werden, man erhält so ein individuelles, auf die Firmen-CI abgestimmtes Design. In der App selbst können die Leser dann auswählen, ob sie die Kiosk- oder Einzelausgaben-Ansicht präferieren und haben zudem die Option, die ePaper nach Kategorien zu filtern. Außerdem existiert oft die Möglichkeit, einzelne Ausgaben herunterzuladen und offline zu lesen. Für die Menüleiste können individuelle Icons gewählt werden, die beispielsweise mit Links zur Homepage oder zu den Social Media-Profilen belegt werden. Die Anwendungen zur ePaper-Wiedergabe selbst besitzen auch eine eigene Toolbar, die das Lesen der ePaper-Ausgaben vereinfacht – durch ein Inhaltsverzeichnis, eine integrierte Suche, eine Zoom-Funktion etc. Darüber hinaus kann bei einigen Anbietern ein Professional Service zugebucht werden, z.B. In-App-Käufe oder In-App-Abonnements. Dadurch kann Umsatz direkt aus der App heraus erzielt werden.

Die Unterschiede bei den Anbietern liegen im Detail – und hauptsächlich im Preis:

Yumpu

Yumpu bietet eine Publishing App – genannt Appkiosk – an. Darin kann man monatlich unbegrenzt viele Magazine veröffentlichen, allerdings nur auf iPad und iPhone. Momentan gibt es noch keine Android-App. Der Appkiosk kostet pro Monat 178 Euro. Möchte man noch Services wie In-App-Abos und In-App-Kauf realisieren, muss man den Prokiosk wählen. Dieser kostet dann für 30 Tage 277 Euro.

Zur Website von Yumpu

Page2flip

Page2flip bietet drei verschiedene Preismodelle mit monatlicher Zahlungsweise an. Bei Basic App zahlt man 167 Euro und wählt ein Betriebssystem aus (iOS, Android oder Windows). Premium App kostet 297 Euro monatlich, dafür erhält der Kunde eine App für zwei Betriebssysteme. Außerdem kommen zusätzliche Funktionen wie In-App-Verkäufe oder Push-Nachrichten hinzu. Die Business App wird dann für alle drei Betriebssysteme konfiguriert und kostet insgesamt 387 Euro pro Monat.

Zur Website von Page2flip

Purple Publishing

Purple Publishing erstellt Apps für iOS, Android und den Kindle Fire. Möchte man seine Inhalte nicht ständig updaten, dann empfiehlt sich das Single Modell. Dabei bezahlt man pro Veröffentlichung 999 Euro. Beim anderen Modell, dem sogenannten Standard, erhalten Kunden die Möglichkeit, ihre Inhalte regelmäßig zu aktualisieren. Außerdem sind alle Updates hier inbegriffen, während beim Single Modell diese Kosten noch zusätzlich anfallen. Der Standard von Purple Publishing kostet 399 Euro monatlich.

Zur Website von Purple Publishing

1000°ePaper

Das 1000°ePaper mit der 1000°ePaper App bietet zwei verschiedene Preismodelle an, die je nach Anforderung ausgewählt werden können. Grundsätzlich ist die Einrichtung der App derzeit kostenfrei. Wählt man App Classic, kostet die jährliche „Miete“ der App 396 Euro. Jede in der App veröffentlichte Ausgabe kostet jedoch nochmals 396 Euro. Plant man mehr als fünf Veröffentlichungen im Jahr, lohnt sich das App Flat Preismodell. Hier bezahlt man 195 Euro „Miete“ im Monat, kann jedoch beliebig viele ePaper-Publikationen in der App veröffentlichen.

Professional Services wie In-App-Kauf oder eine Print-Abo-Kopplung sind gegen einen einmaligen Aufpreis für die ePaper App Flat oder App Classic erhältlich. Die Option In-App-Abo oder In-App-Kauf schlägt mit einmalig 150 Euro zu Buche. Eine Kopplung der Print-Abonnements mit der App kostet den App Publisher 450 Euro.

Zum Testen und Ausprobieren hat 1000°ePaper eine Demo-App entwickelt, die man sich kostenlos im Google Play Store und App Store herunterladen kann. Darin enthalten sind eine Vielzahl von Demodokumenten – vom Magazin bis zum Geschäftsbericht – sowie ausführliche Informationen über Features und Preise der App. Diese Demo-App können Sie sich auf der Website von 1000°ePaper einfach schnell herunterladen und testen!

Fazit

Wenn Sie Ihr Marketing innovativer gestalten und einen neuen Kanal ausprobieren möchten, dann lohnt sich ein Blick in die Welt der Publishing Apps auf alle Fälle. Darüber ergeben sich neue Möglichkeiten des Werbens und Kunden lassen sich auf elegantem Wege auch mobil erreichen.

Dieser Beitrag gibt einen kleinen Einblick in das doch mittlerweile umfangreiche Feld der ePaper Apps. Kennen Sie weitere Anbieter? Oder haben Sie schon mit einem der genannten gearbeitet? Wir freuen uns über Erfahrungen und Anregungen in den Kommentaren!

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