Sharing Economy – Was mein ist, ist dein.

Sharing Economy

Teilen ist gut – so sagt man doch. Wir lernen es bereits im Kindergarten und mal ehrlich, auch heute versuchen wir uns, so gut es geht daran zu halten. Aber Achtung, das Prinzip Teilen funktioniert heutzutage anders: Teilen erreicht nämlich neue Dimensionen. Was dahintersteckt ist eine Bewegung, die sich anschickt, uns alle zu Gutmenschen zu machen. Willkommen, Sie sind nun Teil der Sharing Economy!

Was sie ausmacht und wo sie unsere Art zu leben und zu konsumieren beeinflussen kann, schauen wir uns in diesem Artikel an:

Wieso teilen

Sharing Economy, Kokonsum (= Kollaborativer Konsum), P2P Economy – die Bewegung kennt viele Namen. Die Idee? Ein Geschäftsmodell entwickeln, das es einer Gemeinschaft ermöglicht, eigene womöglich ungenutzte materielle und immaterielle Dinge zu verleihen, zu verschenken, zu vermieten oder einzutauschen. Dabei kann es sich gefühlt um alles handeln: Räume, Gegenstände, Leistungen, Erfahrungen, eine helfende Hand – oder Zeit.

Was sich die Sharing Economy zunutze macht, sind die heutigen Technologien und soziale Netzwerke, die Teilwütige aus aller Welt miteinander connected. Was anfangs als Auswuchs irgendeiner hippen Konsumideologie belächelt wurde, macht aber nun ernst und zeigt sich einfallsreich: So sprießen verschiedenste Plattformen aus dem Boden, die uns in sämtlichen Lebenssituationen erreichen wollen.

Was wir teilen

Es soll Dinge geben, die man schlichtweg nicht teilen kann. Für alles andere gibt es höchstwahrscheinlich schon eine passende Plattform. Die Grafik hier stellt auf übersichtliche Art und Weise sechs Bereiche zusammen, die die Sharing Economy schon erobert hat.

Statt in schnöden 08/15-Hotelzimmern einzuchecken, übernachten wir heute in gemütlichen Privatwohnungen inmitten eines hippen Szeneviertels – dank Airbnb und Wimdu. Statt gelangweilt im anonymen Restaurant zu dinieren, schließen wir uns Supperclubs an und bekommen zur Mahlzeit direkt noch gute Gespräche mit serviert. Statt ein eigenes Auto zu kaufen, nutzen wir einfach bei Bedarf das der anderen – autonetzer macht’s möglich. Essensreste von der letzten Party werden heute nicht mehr weggeworfen, sondern über foodsharing anderen abgegeben, das gleiche gilt für das gebrauchte Sommerkleid, das wir über Kleiderkreisel verkreiseln können. So oder so ähnlich fühlt sich das Leben in der Sharing Economy an. Damit ist’s aber noch nicht getan: Koffer-Sharing, Spielzeug-Sharing, Rausch-Sharing (kurios: Drogenkonsumenten teilen ihre Triperfahrungen miteinander), Garten-Sharing – man teilt, was sich irgendwie teilen lässt.

Sharing Economy

Quelle: Spiegel.de

Start sharing now?

Das Prinzip – gut. Befürworter des Kokonsums schwärmen von einer nachhaltigen, gemeinschaftlicheren Form des Wirtschaftens, die durch Teilen neue Beziehungen zu Fremden entstehen lässt. Klingt sehr romantisch.

Sicherlich tut man aber auch gut daran, die neue Wirtschaftsform mal etwas nüchterner zu betrachten – schließlich versteckt sich hinter dem positiv besetzten Wort ‚Teilen‘ eine Maschinerie an Plattformbetreibern, die mit dem Tauschgeschäft anderer ihr Geld verdienen und deren Geschäftsprinzipien sich quasi genau wie die der altetablierten Anbieter lesen. Mancher Traditionalist und Wirtschaftsethiker fühlt sich auf den Plan gerufen – und das nicht grundlos: Denn über dem Phänomen der Sharing Economy schweben noch etliche rechtliche Fragezeichen. Die Gesetzgeber scheinen einmal mehr überfordert mit der neuen Art des Wirtschaftens, das Beispiel Uber zeigt es deutlich. Veraltete Gesetze, die aus einer Zeit vor der digitalen Revolution entstanden, schreien nach einem Update, die auch die Sharing Economy unter ihre gesetzlichen Fittiche nimmt.

Fakt ist, die Sharing Economy ist da und wir sind mittendrin. Verschwinden wird sie nicht mehr –  dafür sorgen die flotten Vorzüge wie oben beschrieben und eine große Community, die eifrig mitteilt und sicherlich nicht mehr darauf verzichten möchte, nur weil man sie lange genug mit rechtlichen Grauzonen penetriert. In diesem Sinne also – let’s share?

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