Status-quo des Mobile-Commerce

Status-quo des Mobile-Commerce

Auch 2014 sind in Deutschland millionen Smartphones im Einsatz. Und der Markt wächst stetig. Dank dem ständigen Wegbegleiter des Menschen haben die Werbeleute eine neue Lücke im Online-Marketing entdeckt – Mobile Marketing.

Ein Teil des Mobile Marketing ist das Mobile Commerce. Durch die rasante Verbreitung von mobilen Endgeräten wird dem M-Commerce großes Potenzial im Zukunftsmarkt nachgesagt. Aber was genau bedeutet M-Commerce überhaupt? Unter Mobile Commerce versteht man die Nutzung von mobilen, internetfähigen Endgeräten für Online Shopping. Mobile Endgeräte sind in erster Linie Tablets, Smartphones sowie Netbooks und Notebooks. Konsumenten sind heute dazu in der Lage, von überall aus auf die Suche nach Informationen zu gehen. Händler, die Informationen so bereitstellen, dass sie mit mobilen Endgeräten unkompliziert und schnell abrufbar sind, haben klare Vorteile. Denn die Informationssuche ist in den meisten Fällen der Vorreiter des Kaufs – unabdingbar davon, ob dieser dann im Endeffekt über das mobile Endgerät oder im lokalen Handel getätigt wird.

Smartphones werden auch vermehrt im Kaufprozess direkt vor Ort genutzt, was von den Händlern jedoch nicht gerne gesehen wird. Nicht nur in Sachen Online-Marketing wird das Allzweckgerät vernachlässigt, sondern auch innerhalb des Ladengeschäfts. Den Filialmitarbeitern mangelt es oft an Akzeptanz. So schießen potentielle Käufer heimlich Fotos von den gesuchten Produkten, um sich später intensiv mit diesen auseinandersetzen zu können. Auch die neu aufkommenden QR-Codes wollen gescannt werden, wenn diese nur vorhanden wären.

Was spricht für M-Commerce?

Unabhängigkeit von Ort & Uhrzeit
Durch internetfähige mobile Endgeräte wird dem Nutzer ermöglicht, unabhängig von seinem Aufenthaltsort auf Produktsuche zu gehen. An Öffnungszeiten stationärer Läden sind die Konsumenten somit nicht mehr gebunden.

Bequem Preise vergleichen
Ein besonderer Vorteil hier ist, dass Kunden von zu Hause oder auch in einem stationären Geschäft über mobile Endgeräte ganz unkompliziert Preisvergleiche für angebotene Waren durchführen können. In Verbindung mit der eindeutigen Identifikation des Nutzers über die SIM-Karte gibt es anschließend noch die Möglichkeit bequem bargeldlose Zahlungen per „Handy“ zu tätigen (hier geht’s zu einem weiterführenden Artikel)

Mobile Nutzung standortbezogener Dienste
Auch hier ergibt sich der Vorteil, mobil von unterwegs nach seinem Produkt in der näheren Umgebung zu suchen.

Hoher Grad der Personalisierung der Produkte und Dienste
Langes Suchen im Geschäft nach dem passenden Artikel hat ein Ende. Im Internet besteht oftmals die Möglichkeit eine detaillierte Suchmaske nach seinen persönlichen Vorstellungen auszufüllen. Die Suchergebnisse lassen sich dann auf alle weiteren Einkäufe des mobilen Endgerätenutzers personalisieren.

Geräte und Software sind sofort nach dem Einschalten verfügbar
Da beispielsweise ein Smartphone meist durchgehend angeschaltet ist, spart man sich (im Gegensatz zum stationären PC) ein „hochfahren“.

Und was spricht dagegen?

Anfassen und/oder ausprobieren der Ware nicht möglich
Eine direktes anprobieren der Ware, wie beispielweise bei Kleidungsstücken, bleibt dem Kunden verwehrt. Aus diesem Grund werden gleich mehrere verschiedene Produkte bestellt, was die Versandkosten (für Versandhändler und/oder Kunde) und Retourenkosten in die Höhe schießen lässt.

Keine kompetente Beratung
Auch hier besteht ein Manko für Händler und Kunden. Der Kunde bekommt keine konkrete Beratung zu seinem gewählten Produkt, kann sich daher nur auf die, meist nur spärlich vorhandenen, Informationen auf der Website verlassen. Und auch der Verkäufer muss Wege suchen, seinen Kunden von dem Produkt zu überzeugen.

Komplizierte, aufwendige Rückgabe
Viele Kunden sind entnervt von der zeitaufwändigen Rückgabe von Paketen. Eine kostenlose Retoure für den Konsumenten steht den Unternehmen zwar frei, doch laut neuer EU Verbraucher-Richtlinie kann der Käufer auch dazu veranlasst werden, unabhängig vom Warenwert, im Widerrufsfall die Kosten der Rücksendung alleine zu tragen. Ein weiteres Ärgernis stellt die, mit langer Wartezeit verbundene Geldrückerstattung, dar.

Viele Händler haben ihre Webseite nicht optimiert
Trotz steigender Nutzung mobiler Endgeräte haben immer noch viele Händler ihre Website nicht passend optimiert. Das erschwert dem Anwender die Navigation auf der Website. Unlust kommt auf und so schnell der Nutzer auf der Website war, geht er auch schon wieder.

Komplizierte Zahlungsweisen
Bezahlen über mobile Endgeräte bleibt immer noch ein Abschreckfaktor für viele. Die meisten Eingabefelder lassen sich auf einer nicht mobil optimierten Seite nur umständlich bedienen, da sie meist für die Benutzung mit Maus und Tastatur vorgesehen wurden. Das ständige Rein- und Rauszoomen bei der Eingabe von Daten gibt dem Kunden ein Gefühl der Unsicherheit, ob die mobilen Zahlungsweisen wirklich einwandfrei ablaufen.

Geschwindigkeit
Dank UMTS muss man beim mobilen Surfen zwar nicht mehr minutenlang auf das Laden einer Website warten, Hochgeschwindigkeit bleibt jedoch auch aus. Das stellt die Aufmerksamkeitsspanne der Nutzer auf die Probe und ein eventuelles Verlassen der Seite ist nicht auszuschließen.

Fazit

Dank Smartphone & Co. können Online-Shopper von der Produktrecherche bis hin zum Kauf alles von unterwegs oder auch ganz bequem abends von der Couch aus erledigen. Darauf möchte in Zukunft niemand mehr verzichten. Für Hersteller und Händler ergeben sich daraus massenhaft Chancen und neue Herausforderungen. Auf diese Weise können sie dem Verbraucher wichtige Informationen und Services schnell und unkompliziert zur Verfügung stellen, müssen jedoch auf Aktualität und Vertrauen geprüft sein. Der momentane Umsatz über mobile Geräte ist zwar noch gering, weist aber beachtliche Wachstumszahlen auf. Unternehmen sollten diese Tatsache keinesfalls außer Acht lassen und sich mit diesem Thema näher auseinandersetzen. Wenn die Geschäftsmodelle und die Kundenfokussierung sorgfältig geplant und korrekt ausgeführt werden, dann wird auch ein erfolgreicher Durchbruch des M-Commerce möglich sein.

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